Ratgeber · Laser & IPL

Narben lasern: Welche Laser helfen und wer behandeln darf

Laser können das Erscheinungsbild von Narben verbessern, sie aber meist nicht vollständig beseitigen. Dieser Beitrag fasst zusammen, welche Verfahren die Leitlinie je Narbenart empfiehlt, was Studien belegen und warum die Narbenbehandlung mit Laser in ärztliche Hände gehört.

Stand 01.10.2026 · Fachbeitrag mit Quellen

Symbolbild, mit KI erstellt

Kann ein Laser Narben entfernen?

Narben lassen sich verbessern, meist aber nicht vollständig beseitigen. Die S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut, die Empfehlung der dermatologischen Fachgesellschaften, verlangt vor jeder Narbenbehandlung eine Aufklärung über realistische Ziele: Bei atrophen Narben ist eine vollständige Wiederherstellung der Haut meist nicht möglich, es sind mehrere Sitzungen nötig, und manche Narben sprechen nicht an. Vor der Behandlung steht eine Diagnose, bei Bedarf mit einer Gewebeprobe, um andere Hauterkrankungen auszuschließen.

Die Leitlinie unterscheidet 5 Narbenarten: atrophe, also eingesunkene Narben, zu denen viele Aknenarben gehören, hypertrophe Narben, Keloide, Verbrennungs- und Verbrühungsnarben sowie frische Operationsnarben. Für jede empfiehlt sie andere Verfahren.

Welche Laser werden bei Narben eingesetzt?

  • Ablative Laser: Er:YAG-Laser mit 2.940 nm und CO2-Laser mit 10.600 nm tragen Gewebe ab; die Wunde heilt nach der Leitlinie in 7 bis 14 Tagen ab. Mögliche Nebenwirkungen sind Rötung, Pigmentveränderungen, Infektionen und bei zu tiefer Abtragung Narben.
  • Nicht-ablative Laser: Sie bringen Wärme in tiefere Hautschichten, ohne die Schutzbarriere der Oberhaut zu verletzen, etwa mit 1.540 bis 1.550 nm.
  • Fraktionierte Behandlung: Der Laser behandelt nur ein Raster feiner Punkte, dazwischen bleibt die Haut unberührt. Wird weniger als die Hälfte der Hautoberfläche behandelt, gilt das Verfahren nach der Leitlinie als nebenwirkungsarm.
  • Farbstofflaser und IPL: Sie zielen auf die Blutgefäße und werden gegen die Rötung frischer oder geröteter Narben eingesetzt.

Wie sich Laser und IPL technisch unterscheiden, erklärt der Beitrag IPL oder Laser?

Was empfiehlt die Leitlinie für welche Narbe?

Die Leitlinie stuft ihre Empfehlungen ab: „wird empfohlen“, „kann empfohlen werden“, „kann erwogen werden“ und „wird nicht empfohlen“. Die Tabelle fasst sie zusammen:

Laser bei Narben nach der S2k-Leitlinie
NarbenartEmpfohlenErwägen oder nicht empfohlen
Atrophe Narben, etwa Aknenarbenstark empfohlen: fraktionierter CO2-Laser, fraktionierte nicht-ablative Laser mit 1.540–1.550 nm, Farbstofflaser oder IPL für gerötete Anteile; empfohlen: fraktionierter Er:YAG-Laser–
Hypertrophe NarbenFarbstofflaser bei frischen, geröteten Narben; fraktionierte 1.540–1.550 nm in Kombination; fraktionierter CO2-Laser bei inaktiven Narben, Er:YAG als zweite Wahlerwägen: Nd:YAG-Laser oder IPL gegen die Rötung
KeloideFarbstofflaser bei frischen, geröteten Keloidenerwägen: weitere Laser in Kombination; nicht empfohlen: fraktionierte ablative Laser bei aktiven Keloiden
Verbrennungs- und Verbrühungs­narbenFarbstofflaser, fraktionierte Er:Glass- oder Diodenlaser, fraktionierte ablative Laser, auch zum Einbringen von Wirkstoffenerwägen: IPL gegen die Rötung
Frische Operations­narben–erwägen: fraktionierte Laser mit 1.210–1.565 nm, früh nach der Operation

Bei hypertrophen Narben und Keloiden hält die Leitlinie Kombinationen für sinnvoll, etwa mit Kortisoninjektionen, Kälte oder Silikon. Bei Keloiden kann der Laser sie nach der Leitlinie auch verschlechtern oder ein Wiederauftreten auslösen. Die eigene Leitlinie zur Therapie pathologischer Narben ist seit März 2025 abgelaufen und wird überarbeitet.

Was ist zur Wirkung belegt?

  • Ablativ oder nicht-ablativ: Eine systematische Übersicht von 2025 aus 39 Vergleichsstudien mit 1.262 Personen fand ablative Laser bei atrophen Narben wirksamer, aber mit mehr Schmerz und längerer Ausfallzeit. Bei hypertrophen Narben und Keloiden waren beide vergleichbar; Kombinationen verbesserten die Ergebnisse.
  • Aknenarben: In einer Metaanalyse von 2025 aus 4 randomisierten Studien mit 98 Personen waren ein nicht-ablativer Er:Glass-Laser und ein ablativer CO2-Laser ähnlich wirksam; der Er:Glass-Laser verursachte weniger Schmerz und kürzere Krusten und Rötung.
  • Hypertrophe Narben: Eine Netzwerk-Metaanalyse von 2026 aus 14 randomisierten Studien fand den fraktionierten CO2-Laser zusammen mit dem Farbstofflaser wirksamer als jeden allein.
  • Microneedling und Radiofrequenz: Ein Cochrane-Review zu Aknenarben bewertet die Belege für Needling und fraktionierte Radiofrequenz als sehr niedrig. Mehr zum Verfahren im Beitrag Radiofrequenz-Microneedling.

Wie viele Sitzungen sind nötig, und was gilt danach?

Die Leitlinie nennt keine feste Zahl, nur mehrere Sitzungen; in Vergleichsstudien wurde typischerweise 3-mal im Abstand von 4 Wochen behandelt. Nach der Behandlung empfiehlt sie konsequenten Lichtschutz durch Kleidung oder Sonnenschutz mit LSF 50+ und 4 Wochen ohne UV-Strahlung durch Sonne oder Solarium, bei Bedarf eine Vor- und Nachbehandlung mit Tyrosinasehemmern.

Dunklere Hauttypen IV bis VI sollen wegen des Risikos von Pigmentstörungen nicht mit ablativen Lasern behandelt werden; wird es doch erwogen, rät die Leitlinie zu einer Probelaserung. Stark vorgebräunte Haut soll nicht behandelt werden. Was die Hauttypen bedeuten, steht im Beitrag Hauttypen nach Fitzpatrick. Frische Operationsnarben behandelt man nach der Leitlinie früh, etwa am Tag der Operation sowie 14 Tage und 6 Wochen danach, mit geringer Dichte.

Gibt es Narbenlaser für zuhause?

Für Heimgeräte zur Narbenbehandlung haben wir weder eine Empfehlung der Leitlinie noch eine systematische Übersicht gefunden; eine Suche in der medizinischen Datenbank PubMed ergab am 01.10.2026 nur Einzelarbeiten. Die Leitlinie beschreibt die Narbenbehandlung mit Laser als ärztliche Behandlung, mit Diagnose, Aufklärung über Risiken wie Pigmentstörungen und gezielter Nachsorge. Was Heimgeräte bei der Haarentfernung leisten, vergleicht der Beitrag Heim-IPL oder Profigerät?

Wer darf Narben mit dem Laser behandeln?

Für kosmetische Anwendungen gilt die NiSV. Ablative Laseranwendungen, Anwendungen, die die Oberhaut als Schutzbarriere verletzen, und die Behandlung von Gefäßveränderungen sind nach § 5 Abs. 2 approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiter- oder Fortbildung vorbehalten. Die Fachkunderichtlinie, nach der Kosmetikstudios geschult werden, nennt Narben als ungeeignete Körperpartie; als spezielle Anwendungen kennt sie die dauerhafte Haarentfernung und die „Hautverjüngung“, mit ausdrücklicher Abgrenzung gegenüber Anwendungen unter Arztvorbehalt. Dient die Behandlung einer Patientin oder einem Patienten, ist sie keine Anwendung zu nichtmedizinischen Zwecken im Sinne der NiSV, sondern ärztliche Behandlung.

Nach unserer Einschätzung gehört die Narbenbehandlung mit Laser deshalb in die Arztpraxis; ob nicht-ablative Verfahren im Studio zulässig wären, ist rechtlich nicht geklärt. Laser zur Narbenentfernung gehören nach der MDR zur Klasse IIb; die Gemeinsamen Spezifikationen für Laser und IPL erfassen ausdrücklich die nichtmedizinische Behandlung von Narben, etwa von Aknenarben. Was für Studios erlaubt ist und was nicht, zeigt der Beitrag Wer darf was?

KI-Bild

Häufige Fragen

  1. 01 Kann ein Laser Narben entfernen?

    Ein Laser kann Narben verbessern, meist aber nicht vollständig beseitigen. Die S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut verlangt, über realistische Ziele aufzuklären; bei atrophen Narben ist eine vollständige Wiederherstellung meist nicht möglich, und es sind mehrere Sitzungen nötig.

  2. 02 Welcher Laser hilft bei Aknenarben?

    Die S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut empfiehlt bei atrophen Narben, zu denen viele Aknenarben gehören, den fraktionierten CO2-Laser und fraktionierte nicht-ablative Laser mit 1.540 bis 1.550 nm. In einer Metaanalyse von 2025 waren beide ähnlich wirksam; der nicht-ablative Laser verursachte weniger Schmerz, kürzere Krusten und kürzere Rötung.

  3. 03 Wie viele Sitzungen braucht eine Narbenbehandlung mit Laser?

    Eine feste Zahl nennt die S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut nicht, sie spricht von mehreren Sitzungen. In Vergleichsstudien wurde typischerweise 3-mal im Abstand von 4 Wochen behandelt.

  4. 04 Was ist nach einer Laserbehandlung von Narben zu beachten?

    Nach einer Laserbehandlung von Narben empfiehlt die S2k-Leitlinie konsequenten Lichtschutz durch Kleidung oder Sonnenschutz mit LSF 50+ und 4 Wochen ohne UV-Strahlung durch Sonne oder Solarium; bei Bedarf eine Vor- und Nachbehandlung mit Tyrosinasehemmern.

  5. 05 Gibt es Narbenlaser für zuhause?

    Für Heimgeräte zur Narbenbehandlung haben wir weder eine Empfehlung der Leitlinie noch eine systematische Übersicht in der Datenbank PubMed gefunden (Stand 01.10.2026). Die Leitlinie sieht vor jeder Laserbehandlung von Narben eine Diagnose vor, bei Bedarf mit Gewebeprobe.

  6. 06 Darf ein Kosmetikstudio Narben lasern?

    Nach unserer Einschätzung gehört die Narbenbehandlung mit Laser in die Arztpraxis. Ablative Laseranwendungen, Anwendungen, die die Oberhaut verletzen, und die Behandlung von Gefäßveränderungen sind nach § 5 Abs. 2 NiSV approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Die Fachkunderichtlinie zur NiSV nennt Narben als ungeeignete Körperpartie für die Anwendungen, für die Studios geschult werden; ob nicht-ablative Verfahren im Studio zulässig wären, ist rechtlich nicht geklärt.

  7. 07 Ab wann kann eine Operationsnarbe gelasert werden?

    Nach der S2k-Leitlinie sollte die Laserbehandlung einer Operationsnarbe früh beginnen, meist unmittelbar nach der Operation; genannt werden etwa der Tag der Operation sowie 14 Tage und 6 Wochen danach. Ob und wie behandelt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Quellen

  1. S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut, AWMF-Register 013-095 – Stand 11.01.2022; S. 12 bis 17 und 52 bis 57
  2. AWMF: S2k-Leitlinie Therapie pathologischer Narben, Register 013-030 – abgelaufen am 26.03.2025, in Überarbeitung
  3. Haji Mohammadi A et al.: A systematic review of comparative clinical trials on the efficacy, safety, and patient satisfaction of ablative and non-ablative laser therapies for atrophic, hypertrophic, and keloid scars. Lasers Med Sci 2025
  4. Xue D et al.: Efficacy and Safety of Er:Glass versus CO2 Lasers in the Treatment of Atrophic Acne Scars: A Systematic Review and Meta-Analysis. Aesthetic Plast Surg 2025
  5. He D et al.: Comparative Efficacy of Combined Carbon Dioxide Fractional Laser and Pulse Dye Laser versus Monotherapy for Hypertrophic Scars: A Network Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Aesthetic Plast Surg 2026
  6. Abdel Hay R et al.: Interventions for acne scars. Cochrane Database Syst Rev 2016
  7. Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) – § 2 Abs. 2 Nr. 1, § 5 Abs. 2
  8. Bundesumweltministerium: Anforderungen an den Erwerb der Fachkunde für Anwendungen nichtionisierender Strahlungsquellen am Menschen (Fachkunderichtlinie) – Richtlinie vom 27.02.2024, S. 25 und 27
  9. Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346, konsolidierte Fassung vom 22.06.2023 – Anhang VI Nr. 1
  10. Durchführungsverordnung (EU) 2022/2347 – Erwägungsgrund 5

Stand 01.10.2026. Dieser Beitrag informiert über Technik, Studienlage und Rechtslage. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung.

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