Ratgeber · Laser & IPL
Hauttypen nach Fitzpatrick: Was sie für Laser und IPL bedeuten
Der Hauttyp entscheidet mit darüber, ob und wie eine Haut mit Laser oder IPL behandelt werden kann. Hier lesen Sie, wie die 6 Typen nach Fitzpatrick eingeteilt sind, wie Studios den Hauttyp bestimmen und was Leitlinie und Gerätevorschriften daraus ableiten.
Stand 01.10.2026 · Fachbeitrag mit Quellen
Was beschreibt der Hauttyp nach Fitzpatrick?
Die Einteilung beschreibt, wie empfindlich die Haut auf UV-Strahlung reagiert: wie leicht sie Sonnenbrand bekommt und wie sie bräunt. Sie misst nicht die Menge an Pigment. Die UV-Schutz-Verordnung definiert Hauttypen entsprechend als „Kategorien der individuellen Hautempfindlichkeit“ (§ 2 Nr. 4 UVSV) und legt sie in ihrer Anlage 1 fest.
Grundlage ist eine Klassifikation des Hautarztes Thomas Fitzpatrick von 1975. Er beschrieb zunächst die Typen I bis IV für hellhäutige Menschen und ergänzte später die Typen V und VI; 1988 fasste er die 6 Typen in einem Fachartikel zusammen. Das Bundesamt für Strahlenschutz nennt die Einteilung grob, mit fließenden Übergängen zwischen den Typen. Im Glossar steht der Begriff mit Beleg.
Welche 6 Hauttypen gibt es?
Die Tabelle gibt die Merkmale im Wortlaut der UV-Schutz-Verordnung wieder. Dieselbe Tabelle nutzt die S3-Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs.
| Hauttyp | Haut, Haar und Augen | Sonnenbrand und Bräunung |
|---|---|---|
| I | Haut sehr hell, Sommersprossen sehr häufig; Haar rötlich bis rötlich-blond; Augen blau, grau | Sonnenbrand immer und schmerzhaft; Bräunung keine |
| II | Haut hell, Sommersprossen häufig; Haar blond bis braun; Augen blau, grün, grau, braun | Sonnenbrand fast immer, schmerzhaft; Bräunung kaum bis mäßig |
| III | Haut hell bis hellbraun, Sommersprossen selten; Haar dunkelblond bis braun; Augen grau, braun | Sonnenbrand selten bis mäßig; Bräunung fortschreitend |
| IV | Haut hellbraun, oliv, keine Sommersprossen; Haar dunkelbraun; Augen braun bis dunkelbraun | Sonnenbrand selten; Bräunung schnell und tief |
| V | Haut dunkelbraun, keine Sommersprossen; Haar dunkelbraun bis schwarz; Augen dunkelbraun | Sonnenbrand sehr selten; Bräunung keine |
| VI | Haut dunkelbraun bis schwarz, keine Sommersprossen; Haar schwarz; Augen dunkelbraun | Sonnenbrand extrem selten; Bräunung keine |
Internationale Kurzfassungen nach Fitzpatrick weichen bei den Typen V und VI ab: Dort steht bei der Bräunung „stark“ statt „keine“. Wer eine Tabelle übernimmt, nennt deshalb ihre Quelle. Die Verordnung empfiehlt, den Hauttyp in Zweifelsfällen ärztlich bestimmen zu lassen.
Wie bestimmt man den Hauttyp?
Die UV-Schutz-Verordnung legt einen Fragebogen mit 10 Fragen fest, etwa nach Augen- und Haarfarbe, Sommersprossen und dem Verhalten der Haut in der Sonne. Die Punkte werden addiert, durch 10 geteilt und gerundet; das Ergebnis ist der Hauttyp I bis IV. Für die Typen V und VI ist keine Einzelbestimmung nötig: Die Verordnung beschreibt sie als wenig empfindliche braune bis dunkelbraune Haut mit dunklen Augen und schwarzem Haar.
Wie verlässlich die Selbstauskunft ist, haben Studien untersucht:
- Unklare Antworten: In einer Studie von 2013 ließen sich 42 % der Antworten zu Sonnenbrand und Bräunung keinem Hauttyp nach der Standarddefinition zuordnen. Für die Typen III bis VI war die Bestimmung durch Hautärztinnen und Hautärzte genauer.
- Äußere Merkmale: Haut-, Augen- und Haarfarbe sagen den Hauttyp nur schwach voraus (Studie von 2014).
Das Bundesamt für Strahlenschutz hält den Fragebogen deshalb nur für eine grobe Abschätzung. Für Studios ist die Bestimmung Teil der Fachkunde: Die Fachkunderichtlinie zur NiSV nennt „Methoden zur Bestimmung des Hauttyps nach Fitzpatrick“ als Inhalt der Grundkenntnisse, dazu einen Test in ausreichendem zeitlichem Abstand vor der eigentlichen Anwendung und Einstellungen nach dem Hauttyp. Mehr zur Schulung steht in NiSV kompakt; was Hautanalysegeräte zusätzlich messen, im Beitrag Professionelle Hautanalyse.
Was bedeutet der Hauttyp für Laser und IPL?
Laser und IPL entfernen Haare über das Melanin im Haar. Das Gerät unterscheidet aber nicht zwischen Melanin im Haar und Melanin in der Haut. Am besten spricht deshalb dunkles Haar auf heller bis mittlerer Haut an; je dunkler die Haut, desto höher das Risiko für Verbrennungen und Pigmentstörungen. Die Einstellungen müssen nach dem Bundesamt für Strahlenschutz an Hauttyp, Bräunung, Haarfarbe und Haardicke angepasst werden. Wie der Laser das Haar erreicht, erklärt der Beitrag Diodenlaser.
755 nmAlexandrit810 nmDiode1.064 nmNd:YAGDie S2k-Leitlinie „Lasertherapie der Haut“ leitet daraus Empfehlungen für die Laser-Haarentfernung ab:
| Hauttyp | Laser-Haarentfernung | Hinweis der Leitlinie |
|---|---|---|
| I bis III | empfohlen | Dunkle Haare auf heller Haut sprechen am besten an. |
| IV | nur eingeschränkt | Laser mit längerer Wellenlänge; Nebenwirkungen sind häufiger. |
| V und VI | nicht empfohlen | Der Alexandritlaser gilt hier als eher ungeeignet; für dunklere Hauttypen nennt die Leitlinie den Nd:YAG-Laser mit 1.064 nm. |
Studien bestätigen die Richtung. Mit kürzeren Wellenlängen traten Pigmentveränderungen in bis zu 19 % der Fälle auf, vor allem bei dunklerer Haut; mit dem Nd:YAG-Laser waren es 2 bis 3 %. Eine Metaanalyse für die Hauttypen III bis VI fand mit dem Nd:YAG-Laser weniger dunkle Verfärbungen nach Entzündungen als mit IPL. Bei IPL zählen Pigmentierung der Haut und gewählte Energiedichte zu den wichtigsten Einflussgrößen für Nebenwirkungen. Wie sich beide Verfahren unterscheiden, steht im Beitrag IPL oder Laser?
Warum zählt auch die Bräune?
Gebräunte Haut enthält mehr Melanin und nimmt mehr Energie auf. Die Gemeinsamen Spezifikationen der MDR verlangen deshalb von den Herstellern, bei der Auslegung von Laser- und IPL-Geräten verschiedene Hauttypen und den Bräunungsgrad der Haut zu berücksichtigen. Profigeräte unter 1.200 nm brauchen Instrumente oder Methoden zur Beurteilung der Hautpigmentierung, damit die Einstellung stimmt; Heimgeräte müssen einen eingebauten Hauttonsensor haben.
Für das Studio bedeutet das: Es genügt nicht, den Hauttyp einmal bei der Anamnese zu bestimmen; vor jeder Sitzung ist auf frische Bräune zu achten. Die S2k-Leitlinie empfiehlt Sonnenschutz mit LSF 50+ in lichtexponierten Bereichen ab 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach der Behandlung.
Welche Hauttypen darf ein Gerät behandeln?
Das legt die Gebrauchsanweisung fest. Sie muss nach den Gemeinsamen Spezifikationen eindeutig angeben, bei welchen Hauttypen und Hauterkrankungen, an welchen Stellen und bei welchen Personen das Gerät nicht verwendet werden darf. Betreiber dürfen ein Gerät nur seiner Zweckbestimmung entsprechend einsetzen (§ 4 Abs. 1 MPBetreibV). Nennt die Gebrauchsanweisung einen Hauttyp nicht, ist er nicht freigegeben, auch wenn ein Werbeprospekt anderes verspricht.
Vor dem Kauf sollten Sie deshalb die Gebrauchsanweisung prüfen und klären, wie das Gerät die Hautpigmentierung beurteilt. Welche Unterlagen beim Kauf vorliegen müssen, steht in MDR kompakt, welche Pflichten im Betrieb gelten, unter Betreiberpflichten. In der Fachkunderichtlinie zählen dunkle Hauttypen und eine hohe Pigmentierung zu den Gegenanzeigen, die im Aufklärungsgespräch zu prüfen sind.

Häufige Fragen
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01 Welche 6 Hauttypen gibt es nach Fitzpatrick?
Die Fitzpatrick-Skala reicht von Hauttyp I mit sehr heller Haut, die immer und schmerzhaft Sonnenbrand bekommt und nicht bräunt, bis Hauttyp VI mit dunkelbrauner bis schwarzer Haut, die extrem selten Sonnenbrand bekommt. Dazwischen liegen II (hell), III (hell bis hellbraun), IV (hellbraun, oliv) und V (dunkelbraun).
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02 Wie finde ich heraus, welcher Hauttyp ich bin?
Die UV-Schutz-Verordnung enthält einen Fragebogen mit 10 Fragen für die Hauttypen I bis IV; die Punkte werden durch 10 geteilt und gerundet. Das Bundesamt für Strahlenschutz hält den Fragebogen nur für eine grobe Abschätzung und empfiehlt, den Hauttyp dermatologisch bestimmen zu lassen.
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03 Bin ich Hauttyp 3 oder 4?
Nach der UV-Schutz-Verordnung bekommt Hauttyp III selten bis mäßig Sonnenbrand und bräunt fortschreitend, Hauttyp IV selten Sonnenbrand und bräunt schnell und tief. Liegt das Ergebnis des Fragebogens zwischen beiden, entscheidet die Rundung; in Zweifelsfällen empfiehlt die Verordnung eine ärztliche Bestimmung.
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04 Was unterscheidet Hauttyp 2 von Hauttyp 3?
Hauttyp II hat helle Haut, häufig Sommersprossen, blondes bis braunes Haar, bekommt fast immer schmerzhaften Sonnenbrand und bräunt kaum bis mäßig. Hauttyp III hat helle bis hellbraune Haut, selten Sommersprossen, dunkelblondes bis braunes Haar, bekommt selten bis mäßig Sonnenbrand und bräunt fortschreitend.
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05 Was bedeutet der Hauttyp für die Laser-Haarentfernung?
Je dunkler die Haut, desto mehr Energie nimmt auch ihr Melanin auf und desto höher ist das Risiko für Verbrennungen und Pigmentstörungen. Die S2k-Leitlinie empfiehlt die Laser-Haarentfernung für die Hauttypen I bis III, für Hauttyp IV eingeschränkt und für V und VI nicht.
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06 Kann man dunkle Haut mit dem Laser behandeln?
Dunkle Haut lässt sich nur eingeschränkt mit dem Laser behandeln. Für dunklere Hauttypen nennt die S2k-Leitlinie Laser mit längerer Wellenlänge, etwa den Nd:YAG-Laser mit 1.064 nm; bei den Hauttypen V und VI rät sie von der Laser-Haarentfernung ab. Welche Hauttypen ein Gerät behandeln darf, legt seine Gebrauchsanweisung fest.
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07 Ist ein Hauttyp-Test zuverlässig?
Ein Hauttyp-Test ist nur bedingt zuverlässig. In einer Studie ließen sich 42 % der Antworten zu Sonnenbrand und Bräunung keinem Hauttyp eindeutig zuordnen, und für die Typen III bis VI war die Bestimmung durch Hautärzte genauer als die Selbstauskunft. Haut-, Haar- und Augenfarbe sagen den Hauttyp nur schwach voraus.
Quellen
- Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung (UV-Schutz-Verordnung, UVSV) – § 2 Nr. 4 und Anlage 1
- Bundesamt für Strahlenschutz: Die verschiedenen Hauttypen – Stand 04.08.2026
- Bundesamt für Strahlenschutz: Dauerhafte Haarentfernung (Epilation) – Stand 04.08.2026
- S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut, AWMF-Register 013-095 – Stand 11.01.2022, gültig bis 10.01.2027; S. 18, 21, 47–48
- Fachkunderichtlinie NiSV vom 27.02.2024 (BAnz AT 07.03.2024 B5), Lesefassung des Bundesumweltministeriums – S. 19, 25 und 26
- Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346, Gemeinsame Spezifikationen für Produkte nach Anhang XVI – Anhang VI Nr. 4.1, 5.1 und 6.6
- S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs, Version 2.1, Langversion – 09/2021; Tabelle 19
- Fitzpatrick TB: The validity and practicality of sun-reactive skin types I through VI. Arch Dermatol 1988
- He SY et al.: Self-reported pigmentary phenotypes and race are significant but incomplete predictors of Fitzpatrick skin phototype. J Am Acad Dermatol 2014
- Eilers S et al.: Accuracy of self-report in assessing Fitzpatrick skin phototypes I through VI. JAMA Dermatol 2013
- Lim SP, Lanigan SW: A review of the adverse effects of laser hair removal. Lasers Med Sci 2006
- Dorgham NA, Dorgham DA: Lasers for reduction of unwanted hair in skin of colour, systematic review and meta-analysis. J Eur Acad Dermatol Venereol 2020
Stand 01.10.2026. Dieser Beitrag informiert über Technik und Rechtslage. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung.








