Ratgeber · Laser & IPL

Alexandrit- oder Diodenlaser? Haarentfernungslaser im Vergleich

Zur Haarentfernung dienen 3 Lasertypen: Alexandrit-, Dioden- und Nd:YAG-Laser. Hier lesen Sie, wie sie sich unterscheiden, was Leitlinie und Studien über ihre Wirkung sagen und welcher Laser zu welcher Haut und welchem Haar passt.

Stand 01.10.2026 · Fachbeitrag mit Quellen

Welche Laser werden zur Haarentfernung eingesetzt?

Zur Haarentfernung kommen heute vor allem 3 Lasertypen zum Einsatz. Alle arbeiten nach demselben Prinzip: Das Melanin im Haar nimmt das Licht auf und gibt die Wärme an den Follikel weiter. Sie unterscheiden sich darin, wie sie das Licht erzeugen und welche Wellenlänge sie abgeben:

  • Alexandritlaser: ein Festkörperlaser mit einem Chrom-dotierten Alexandrit-Kristall, gepumpt von Blitzlampen. Er lässt sich zwischen 710 und 820 nm abstimmen; zur Haarentfernung arbeitet er mit 755 nm.
  • Diodenlaser: ein Halbleiterlaser, der zur Haarentfernung meist mit 800 bis 980 nm arbeitet, häufig mit 810 nm. Mehr dazu im Beitrag Diodenlaser.
  • Nd:YAG-Laser: ein Festkörperlaser mit einem Neodym-dotierten Yttrium-Aluminium-Granat; seine Hauptlinie liegt bei 1.064 nm.
  1. Illustration Schritt 1: Licht1LichtDas Laserlicht dringt in die Haut ein. Das Melanin, das Farbpigment im Haar, nimmt seine Energie auf.
  2. Illustration Schritt 2: Wärme2WärmeDas Melanin wandelt die Energie in Wärme um und gibt sie an die Strukturen des Follikels ab, die das Haarwachstum steuern.
  3. Illustration Schritt 3: Haarwurzel3HaarwurzelDiese Strukturen werden zerstört oder in ihrer Funktion beeinträchtigt; die behandelten Haare fallen nach 1 bis 2 Wochen aus.
Illustration: Funktionsweise der Laser-Haarentfernung

Den langgepulsten Rubinlaser mit 694 nm empfiehlt die S2k-Leitlinie nicht: Er dringt weniger tief ein und zeigt mehr Nebenwirkungen. IPL-Geräte arbeiten ohne Laser mit breitbandigem Licht; der Vergleich steht im Beitrag IPL oder Laser?

Alexandrit, Diode und Nd:YAG im Vergleich

Die Werte zur Verringerung stammen aus einer systematischen Übersicht von 2022, die randomisierte Studien mit einer Nachbeobachtung über mindestens einen Haarzyklus auswertete. Die Spannen überschneiden sich weit; Unterschiede zwischen den Studien sind größer als zwischen den Lasertypen.

Illustration, nicht maßstäblich: Eindringtiefe nach Wellenlänge
Alexandrit-, Dioden- und Nd:YAG-Laser zur Haarentfernung im Vergleich
MerkmalAlexandritDiodenlaserNd:YAG
LichtquelleAlexandrit-Kristall (Festkörper)HalbleiterNeodym-dotierter YAG-Kristall (Festkörper)
Wellenlänge755 nm800–980 nm, häufig 810; auch 760 und 1.064 nm1.064 nm
Empfehlung der S2k-Leitlinieempfohlen (↑↑)empfohlen (↑↑)empfohlen (↑), vor allem bei tiefer liegenden Haaren und dunklerer Haut
Hauttypen laut Leitliniebei V und VI eher ungeeignetwie alle Laser: I bis III empfohlen, IV eingeschränktfür dunklere Hauttypen genannt
Langfristige Verringerung in Studien35 bis 84,25 %32,5 bis 69,2 %30 bis 73,61 %

Wofür dient der Alexandritlaser?

Lang gepulst mit 755 nm dient der Alexandritlaser der Haarentfernung. Sein Licht nimmt das Melanin etwas schwächer auf als das des Rubinlasers; dadurch sinkt das Risiko, die Oberhaut zu schädigen, und das Licht dringt tiefer ein. Die S2k-Leitlinie bewertet Systeme um 755 nm als sehr effektiv und empfiehlt den Alexandritlaser für die Epilation. Für die Hauttypen V und VI hält sie ihn wegen des Melanins in der Haut für eher ungeeignet.

Der Alexandritlaser behandelt auch Gefäße, gütegeschaltet oder im Pikosekundenbetrieb auch Pigmente und Tätowierungen. Diese Anwendungen sind nach § 5 Abs. 2 NiSV Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, wie in NiSV kompakt beschrieben.

Wofür dient der Nd:YAG-Laser?

Mit 1.064 nm hat der Nd:YAG-Laser die längste Wellenlänge der 3 Epilationslaser. Er dringt am tiefsten ein, und das Melanin der Oberhaut nimmt sein Licht am wenigsten auf. Die S2k-Leitlinie empfiehlt den gepulsten Nd:YAG-Laser deshalb besonders bei tiefer liegenden Haaren und dunkleren Hauttypen, insgesamt etwas schwächer als Alexandrit- und Diodenlaser. Die größere Eindringtiefe macht die Behandlung schmerzhafter.

Die Studien sprechen für ein günstiges Sicherheitsprofil: Mit Lasern kürzerer Wellenlänge traten Pigmentveränderungen in bis zu 19 % der Fälle auf, mit dem Nd:YAG-Laser in 2 bis 3 %. Eine systematische Übersicht von 2020 mit 13 randomisierten Studien hält ihn für sicher und vielversprechend, fordert aber bessere Studien.

Welcher Laser wirkt am besten?

Eine allgemeine Rangfolge lässt sich aus den Studien nicht ableiten. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 2023 mit 13 randomisierten Studien und 652 Personen fand keine signifikanten Unterschiede zwischen den Lasertypen. Ein Cochrane-Review von 2006 belegte für Alexandrit- und Diodenlaser kurzfristig rund 50 % weniger Haare; für Nd:YAG-Laser, Rubinlaser und IPL fand er damals kaum Belege, für eine Langzeitwirkung bei keinem Verfahren.

Bei dunklerer Haut (Hauttypen III bis VI) fand eine Metaanalyse von 2020 mit dem Alexandritlaser eine stärkere Verringerung als mit IPL; Dioden- und Alexandritlaser waren ähnlich sicher wie IPL, aber schmerzhafter. Bei vermehrtem Haarwuchs von Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom wirkte der Alexandritlaser in einer systematischen Übersicht von 2024 besser als IPL, die Evidenz ist aber gering. Ob ein vermehrter Haarwuchs eine hormonelle Ursache hat, klärt eine Ärztin oder ein Arzt; das gehört in die Anamnese, wie der Beitrag Risiken und Gegenanzeigen erklärt.

Welcher Laser passt zu welcher Haut und welchem Haar?

Wichtiger als der Lasertyp ist die Kombination aus Haut und Haar. Das Gerät unterscheidet nicht zwischen dem Melanin im Haar und dem in der Haut:

  • Dunkles Haar auf heller Haut spricht am besten an, mit allen 3 Lasern.
  • Dunklere Haut: Je dunkler die Haut, desto länger sollte die Wellenlänge sein; die Leitlinie nennt hier den Nd:YAG-Laser. Für die Hauttypen V und VI rät sie von der Laser-Haarentfernung ab. Wie Studios den Hauttyp bestimmen, steht im Beitrag Hauttypen nach Fitzpatrick.
  • Helle, rote, graue oder weiße Haare enthalten zu wenig Melanin und sprechen schlecht an. Die Leitlinie nennt dafür Alternativen wie die Nadelepilation oder die chemische Depilation.
  • Körperstelle: Die Leitlinie zeigt das Ansprechen nach Körperregion getrennt für Frauen und Männer, von sehr gutem Ansprechen mit wenigen Sitzungen bis zu Bereichen, die wegen der Augen nicht behandelt werden.

Was heißt das für die Wahl des Geräts im Studio?

Viele Diodenlaser verbinden heute mehrere Wellenlängen, etwa 755, 810 und 1.064 nm in einem Applikator, und decken so die Bereiche aller 3 Lasertypen ab. Dazu gibt es bisher nur kleine Studien mit kurzer Nachbeobachtung: In einem randomisierten Halbseitenvergleich bei 33 Frauen mit den Hauttypen III bis V verringerte ein solches Gerät die Haare stärker als IPL. Eine eigene Empfehlung der S2k-Leitlinie gibt es dafür nicht.

Beispiele: Diodenlaser für Studio und Praxis bei WELLCOTEC

Beim Kauf zählt deshalb weniger der Lasertyp als die Frage, welche Hauttypen das Gerät nach seiner Gebrauchsanweisung behandeln darf, wie es gekühlt wird und welche Nachweise vorliegen. Die rechtlichen Pflichten sind für alle 3 Laser gleich: NiSV-Fachkunde für jede anwendende Person, ein Laserschutzbeauftragter bei Beschäftigten und die Betreiberpflichten der MPBetreibV.

Häufige Fragen

  1. 01 Was ist ein Alexandritlaser?

    Der Alexandritlaser ist ein Festkörperlaser, dessen Licht in einem Alexandrit-Kristall entsteht. Zur Haarentfernung arbeitet er mit 755 nm. Die S2k-Leitlinie bewertet Systeme um 755 nm als sehr effektiv und empfiehlt den Alexandritlaser für die Epilation, bei den Hauttypen V und VI hält sie ihn aber für eher ungeeignet.

  2. 02 Ist der Alexandritlaser besser als der Diodenlaser?

    Die S2k-Leitlinie empfiehlt Alexandrit- und Diodenlaser gleich stark. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 2023 mit 13 randomisierten Studien fand keine signifikanten Unterschiede zwischen den Lasertypen. Unterschiede zeigen sich eher bei dunklerer Haut: Für die Hauttypen V und VI hält die Leitlinie den Alexandritlaser für eher ungeeignet.

  3. 03 Welcher Laser eignet sich für dunkle Haut?

    Für dunkle Haut eignen sich Laser mit längerer Wellenlänge, vor allem der Nd:YAG-Laser mit 1.064 nm; sein Licht nimmt das Melanin der Oberhaut weniger auf. In Studien traten mit ihm weniger Pigmentveränderungen auf. Bei den Hauttypen V und VI rät die S2k-Leitlinie trotzdem von der Laser-Haarentfernung ab.

  4. 04 Welche Laser-Haarentfernung ist die beste?

    Welche Laser-Haarentfernung die beste ist, lässt sich aus den Studien nicht allgemein ableiten. Entscheidend sind Hauttyp, Haarfarbe und die Tiefe der Haarwurzeln, dazu Einstellung und Kühlung des Geräts. Welche Hauttypen ein Gerät behandeln darf, steht in seiner Gebrauchsanweisung.

  5. 05 Darf nur ein Arzt mit dem Nd:YAG-Laser behandeln?

    Nein. Die Haarentfernung mit dem Nd:YAG-Laser dürfen auch Kosmetikstudios mit NiSV-Fachkunde anbieten, denn ein Arztvorbehalt für bestimmte Geräte besteht nicht; er hängt an der Anwendung. Die Entfernung von Tätowierungen und die Behandlung von Gefäß- oder Pigmentveränderungen bleiben Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, mit jedem Laser.

  6. 06 Wirkt eine Laser-Haarentfernung bei hellen oder grauen Haaren?

    Bei hellen oder grauen Haaren wirkt die Laser-Haarentfernung nur eingeschränkt. Alle Laser benötigen Melanin im Haar; rote, hellblonde, graue und weiße Haare sprechen schlecht an. Für helle Haare nennt die S2k-Leitlinie Alternativen wie die Nadelepilation oder die chemische Depilation.

  7. 07 Was ist der Unterschied zwischen SHR und Diodenlaser?

    SHR („Super Hair Removal“) ist kein eigener Lasertyp, sondern eine Technik, die vor allem Diodenlaser nutzen: niedrige Energiedichte, viele Pulse und ein ständig bewegter Applikator („in motion“). In einem randomisierten Seitenvergleich mit 810 nm war die Verringerung der Haare nach 6 Monaten ähnlich wie mit einzelnen kräftigen Pulsen, der Schmerz geringer.

  8. 08 Was ist ein Laser mit 3 Wellenlängen?

    Gemeint ist ein Diodenlaser, der 755, 810 und 1.064 nm in einem Applikator verbindet und damit die Bereiche von Alexandrit-, Dioden- und Nd:YAG-Laser abdeckt. Es gibt dazu bisher nur kleine Studien mit kurzer Nachbeobachtung; eine eigene Empfehlung der S2k-Leitlinie fehlt.

Quellen

  1. S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut, AWMF-Register 013-095 – Stand 11.01.2022, gültig bis 10.01.2027; S. 13–18 und 46–51
  2. Bundesamt für Strahlenschutz: Dauerhafte Haarentfernung (Epilation) – Stand 04.08.2026
  3. Bundesumweltministerium: FAQ Strahlenschutz bei kosmetischen und nichtmedizinischen Anwendungen – Fragen C.01 und D.02, Antworten Stand 11.03.2024
  4. Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) – § 5 und Anlage 3
  5. Haedersdal M, Gøtzsche PC: Laser and photoepilation for unwanted hair growth. Cochrane Database Syst Rev 2006
  6. Krasniqi A et al.: Efficacy of lasers and light sources in long-term hair reduction, systematic review. J Cosmet Laser Ther 2022
  7. Kao YC et al.: Efficacy of Laser in Hair Removal: A Network Meta-analysis. J Cosmet Laser Ther 2023
  8. Dorgham NA, Dorgham DA: Lasers for reduction of unwanted hair in skin of colour, systematic review and meta-analysis. J Eur Acad Dermatol Venereol 2020
  9. Modena DAO et al.: Efficacy and safety of Nd:YAG 1064 nm lasers for photoepilation, systematic review. Lasers Med Sci 2020
  10. Lim SP, Lanigan SW: A review of the adverse effects of laser hair removal. Lasers Med Sci 2006
  11. Tan K et al.: Laser and light-based therapies for hirsutism in women with polycystic ovarian syndrome, systematic review. JAMA Dermatol 2024
  12. Agashe AK et al.: IPL (690 nm) and triple wavelength diode laser (755, 810, 1064 nm) in lower face hirsutism, Fitzpatrick III–V. Indian J Dermatol Venereol Leprol 2025

Stand 01.10.2026. Dieser Beitrag informiert über Technik und Rechtslage. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung.

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