Ratgeber · Körper
Cellulite (Orangenhaut): Was sie ist und was dagegen hilft
Cellulite, im Volksmund Orangenhaut, betrifft die meisten Frauen nach der Pubertät. Dieser Beitrag erklärt, was den Dellen zugrunde liegt, wie Fachleute den Schweregrad messen und was zu Lebensstil, Pflege und Behandlung belegt ist.
Stand 01.10.2026 · Fachbeitrag mit Quellen
Was ist Cellulite?
Cellulite ist eine Veränderung der Hautoberfläche mit Dellen und Vertiefungen. Eine Übersicht von 2010 beschreibt sie als nahezu allgegenwärtig bei Frauen nach der Pubertät; eine systematische Übersicht von 2015 nennt 80 bis 90 % der Frauen. Ihr Bild heißt in der Fachliteratur „peau d’orange“, französisch für Orangenhaut, daher der Name im Deutschen.
Cellulite ist nicht dasselbe wie Fett. Nach der American Academy of Dermatology, der Fachgesellschaft der US-Hautärzte, wirken Behandlungen, die Fett wirksam entfernen, oft nicht auf die Cellulite. Die Fettreduktion mit Licht, Hochfrequenz oder Ultraschall ist zudem Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, wie der Beitrag Wer darf was? zeigt.
Wie entsteht Cellulite?
Die Fachliteratur beschreibt Cellulite als Zustand mit mehreren Ursachen. Nürnberger und Müller führten sie 1978 auf den anatomischen Aufbau des Gewebes und auf hormonelle Einflüsse zurück; bei Männern beschrieben sie Cellulite im Zusammenhang mit einer hormonell bedingten Verweiblichung. Vollständig verstanden ist die Entstehung nicht: Nach einer Übersicht von 2010 entwickeln sich neue Behandlungen bisher ohne ausreichendes Verständnis davon, wie komplex Cellulite ist.
Das Gewicht spielt eine Rolle für das Erscheinungsbild: Zusätzliches Gewicht kann Cellulite nach der American Academy of Dermatology sichtbarer machen, schlaffe Haut nach starkem Abnehmen ebenfalls.
Wie wird Cellulite eingeteilt?
Für die Beurteilung in Studien gibt es validierte Skalen. Eine Fotoskala von 2009, entwickelt anhand standardisierter Fotos von 55 Patientinnen, bewertet 5 Merkmale: die Zahl der Dellen, ihre Tiefe, erhabene Stellen, eine Erschlaffung der Haut und den Grad der Cellulite. Jedes Merkmal erhält 0 bis 3 Punkte; die Summe ordnet die Cellulite als leicht, mittel oder schwer ein. Viele Behandlungsstudien haben den Schweregrad allerdings gar nicht gemessen, wie eine systematische Übersicht von 2015 kritisiert.
Ist Cellulite eine Krankheit?
Das ist umstritten. Nürnberger und Müller nannten Cellulite 1978 schon im Titel ihrer Arbeit eine erfundene Krankheit: normal und unvermeidlich bei Frauen, ihre Behandlung nahezu aussichtslos. Eine Übersicht von 2022 sieht sie dagegen als krankhafte Veränderung mit Bezügen zum ganzen Körper und mit seelischer Belastung für die Betroffenen. Für Studios kann die Frage in der Werbung Folgen haben; mehr dazu im Beitrag Cellulite-Behandlung.
Was kann man gegen Cellulite machen?
- Gewicht: Bei manchen Menschen machen das Abnehmen und ein gesundes Gewicht die Cellulite weniger sichtbar, so die American Academy of Dermatology.
- Bewegung: Mehr Muskulatur lässt die Haut glatter und straffer wirken; ersetzt Muskelgewebe Fett, fällt Cellulite weniger auf.
- Cremes: Manche Produkte können einen Effekt haben. Koffein kann den Zellen nach der Fachgesellschaft Wasser entziehen und Cellulite so weniger sichtbar machen, ein Produkt mit 0,3 % Retinol kann ebenfalls wirken; der Effekt hält nur bei täglicher Anwendung. Die Fachgesellschaft rät, ein Produkt zuerst 48 Stunden an einer kleinen Stelle zu testen.
- Behandlungen: Eine systematische Übersicht von 2015 fand für keine Behandlung eine klare Evidenz guter Wirksamkeit, Hinweise auf Nutzen nur für die akustische Wellentherapie und einen minimalinvasiven Laser. Eine Übersicht von 2025 sieht Stoßwellen, Radiofrequenz und Injektionen als die vielversprechendsten Verfahren.
Welche Methoden Studios anbieten und was Studien zu ihnen sagen, vergleicht der Beitrag Cellulite-Behandlung. Wie Radiofrequenz wirkt und welche Regeln für sie gelten, steht im Beitrag Radiofrequenz, HIFU, Ultraschall.
Was können Studios bei Cellulite anbieten?
Massagen, Saug-Roll-Massage, Vibration oder Radiofrequenz wirken nach den Studien, wenn überhaupt, leicht und vorübergehend. Nach unserer Einschätzung sollten Studios deshalb realistische Erwartungen vermitteln: Sie beschreiben, wie sich die Behandlung anfühlt und was die Studienlage stützt, und versprechen keine Beseitigung und keine dauerhafte Wirkung. Welche Verfahren es in der apparativen Kosmetik gibt, zeigt der Überblick Apparative Kosmetik.
KI-BildHäufige Fragen
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01 Was ist Cellulite?
Cellulite ist eine Veränderung der Hautoberfläche mit Dellen und Vertiefungen, auch Orangenhaut genannt. Eine systematische Übersicht von 2015 beschreibt sie als Zustand mit mehreren Ursachen, der 80 bis 90 % der Frauen nach der Pubertät betrifft.
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02 Warum heißt Cellulite Orangenhaut?
Der Name Orangenhaut geht auf das Aussehen der Cellulite zurück: Die Dellen der Haut erinnern an die Schale einer Orange. In der Fachliteratur heißt das Bild „peau d’orange“, französisch für Orangenhaut.
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03 Haben auch Männer Cellulite?
Cellulite betrifft ganz überwiegend Frauen. Nürnberger und Müller beschrieben sie 1978 bei Männern im Zusammenhang mit einer hormonell bedingten Verweiblichung.
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04 Was kann man gegen Cellulite machen?
Nach der American Academy of Dermatology kann ein Abbau von Übergewicht die Cellulite bei manchen Menschen weniger sichtbar machen, und mehr Muskulatur lässt die Haut glatter wirken. Manche Cremes, etwa mit Koffein oder 0,3 % Retinol, können einen Effekt haben, wenn sie täglich angewendet werden. Für keine Behandlung gibt es bisher gute Belege.
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05 Kann man Cellulite dauerhaft entfernen?
Cellulite lässt sich nach den bisherigen Studien nicht dauerhaft entfernen. Eine systematische Übersicht von 2015 fand für keine der untersuchten Behandlungen eine klare Evidenz guter Wirksamkeit, und viele Effekte halten nur, solange behandelt wird.
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06 Ist Cellulite eine Krankheit?
Ob Cellulite eine Krankheit ist, ist umstritten. Nürnberger und Müller beschrieben sie 1978 als normale und unvermeidliche Erscheinung bei Frauen; eine Übersicht von 2022 sieht sie als krankhafte Veränderung mit Bezügen zum ganzen Körper und mit seelischer Belastung.
Quellen
- Luebberding S et al.: Cellulite: an evidence-based review. Am J Clin Dermatol 2015
- Khan MH et al.: Treatment of cellulite: Part I. Pathophysiology. J Am Acad Dermatol 2010
- Nürnberger F, Müller G: So-called cellulite: an invented disease. J Dermatol Surg Oncol 1978
- Arora G et al.: Cellulite: Presentation and management. J Cosmet Dermatol 2022
- Hexsel DM et al.: A validated photonumeric cellulite severity scale. J Eur Acad Dermatol Venereol 2009
- American Academy of Dermatology: Cellulite treatments – What really works? – ohne Datum, abgerufen am 01.10.2026
- Lim SK et al.: Comparative Analysis of Cellulite Treatment Modalities: A Systematic Review. Aesthetic Plast Surg 2025
Stand 01.10.2026. Dieser Beitrag informiert über den Stand der Forschung. Er ersetzt keine ärztliche Beratung.








